Hilfseinsatz entlang der Fluchtroute 19.-22-11.15

Hey meine Lieben,
wir starten nächsten Mittwoch mit einem Transporter vollgepackt mit Hilfsgütern, Nahrungsmitteln etc zu den Grenzübergängen nach Österreich, Slowenien, Kroatien. Um direkt vor Ort Hilfe zu leisten.
Dabei schließen wir uns den Jungs und Mädels von BuddiesAid an.
Ich werde den Sprit, den Eintopf den wir vorbereiten, Wasser und was wir sonst noch brauchen, von den Spendengeldern bezahlen.

Ich hoffe Ihr seid damit einverstanden.

Natürlich gibts im Anschluss einen Bericht mit Bildern.
P.S.: Wir sind noch auf der Suche nach Rettungsdecken und Regenponchos. Haben wir zufällig jemanden unter uns, der das Zeug günstig in großen Mengen beziehen kann?

EXTRABLAAAAAAATT!!!!

Hallo liebe Spender und Interessierte,

in den letzten Wochen ist es ja ein wenig ruhig um uns geworden.
doch nun wird wieder angegriffen. Damit wir endlich Resultate sehen, und euch präsentieren können……..Wir sind selber schon ganze heiß drauf, und finden es, wie viele von euch, schade dass seit Felix’s Rückkehr erstmal nicht viel passiert ist.

Die Spenden trudeln langsam aber stetig ein, und so haben wir jetzt schon mehr als die Hälfte der versprochenen Spendengelder erhalten. Wir hatten ja in manchen Fällen Probleme mit der Kategorisierung unserer Mail als Spam, wer also immer noch keine Mail erhalten hat, soll die Zahlungsinfos doch bitte unserer Website www.fexradlt.de entnehmen.

Wir kümmern uns nun um die Ausarbeitung des weiteren Konzepts, und planen die Vergabe der Gelder.

Noch immer haben wir nicht die erwartete Anzahl an Bewerbungen um eine Förderung erhalten.

Also:

Ihr wisst von einem Projekt das Gelder sinnvoll und intergrationsfördernd verwenden würde?

Oder habt selber eines am laufen?

Ihr kümmert euch ehrenamtlich, gerne auch wenn es nur von privat ausgeht, um Flüchtlinge?

Ihr braucht Materialien für Workshops?

Oder eine Unterstützung für die Finanzierung von gemeinsamen Unternehmungen?

Meldet euch per Email unter fexradlt@mail.de bei uns, stellt euer Projekt kurz vor, nennt uns die vorraussichtlich benötigte Summe an Geld, die Anzahl an davon Profitierenden, und was euch sonst noch als erwähnenswert erscheint.

Tag 38 – Tarifa -> Casablanca – Finally crossing into Africa!!

Lange Nacht, schwerer Kopf, aber es geht ja um die Mission! Heute gehts nach Afrika! Ich packe ein letztes mal zusammen, und belade mein Rad! Gehe Frühstücken. Und starte zur Fähre!

  

Die Überfahrt ging flott.


Und da ist er auch schon! Dieser faszinierende fremde Kontinent!! YES!!!!

  
  

Ingolstadt -> Marokko! Jeder einzige Meter Land mit dem Radl! Geschafft!!!

Ich begreifs nicht ganz!


Tanger!

Ich fahre zum Bahnhof, doch da ist auch schon das nächste Problem….keine Fahrräder in Zügen erlaubt. Nichtmal im Bahnhof, sie werfen mich raus.

Ich suche den Busbahnhof. Mit Händen und Füßen funktioniert es ein Ticket zu bekommen. Rad verstauen, festketten, und rein in den Bus. 7h bis Casablanca. Als ich ankomme ist es schon dunkel.

Immer wieder spannend sich nachts in einer komplett fremden Umgebung wiederzufinden. Ich frage mich durch bis zum Bahnhof, wo ich mich mit Kathi treffe! Geil!

Wir gehen zu ihrer Wohnung. Radl erstmal in den 11. Stock tragen!

 Super schöne Wohnung….und ich habe ein eigenes Zimmer! DANKE KATHI!!


Wir essen, und gehen dann auf ne sehr geile Party! Hammer! Vielen vielen Dank für diesen herzlichen Empfang!!;)

Tag 37 – Marbella -> Tarifa – 110km

Nachts und am Morgen, habe ich noch ewig nach alternativen Routen gesucht, mit Radlern aus der gegend telefoniert, alles gecheckt.

Aber 80km Umweg, und 1500 zusätzliche Höhenmeter, will ich mir nicht geben! ICH WILL JETZ ANKOMMEN!

Ich entscheide mich für die A7, ich will den Matchball nutzen!!


Ca zwei Stunden nachdem ich los bin, fährt auf einmal ein Auto neben mir her, der Fahrer lässt das Fenster runter, und fragt ob ich der Felix bin. Ich muss laut lachen, wir fahren die nächste Ausfahrt raus. Sau cool! Er kommt aus meiner Gegend, und is im Urlaub an der Costa del Sol. Hatte mich vorher schon gesehen, und dann die Straße abgefahren um mich zu finden. Gfreit mi echt foi! Endlich moi wieder bayrisch redn!


Die A7 wird endlich wieder zur Nacional, und mein langersehntes Ziel, rückt in greifbare Nähe!!

Ich lasse Gibraltar links liegen, und bin schon bald in Algeciras, die ersten arabischen Verkehrsschilder tauchen auf. Ich gebe immer mehr Gas! Hol das letzte aus meinen seit 5 Wochen geschundenen Wadln raus!

 16km! klingt super! Der Anstieg hats jedoch in sich! Gepusht vom baldigen Ende, ziehe ichs aber durch!
Yeah! Ich sehe Afrika zum ersten mal!




Nach einer extrem schönen Abfahrt, ich weiss es geht jetzzt nur noch bergab, und dann bin ich da, rolle ich überglücklich, und ein wenig verwirrt nach Tarifa rein.


Ich bahne mir den Weg durch die Touris, und fahre brüllend und klingelnd bis zum aller aller südlichsten Punkt den ich ereichen kann, trage mein Fahrrad an den Strand runter, reiße mir die Klamotten vom Leib, und bin auf einmal total ruhig!

Unglaublich ruhig!

Ich erfrische mich kurz im Wasser, und genieße dann mein zuvor gekauftes Siegerbier!

 3016km in 37 Tagen. 26 davon auf dem Rad. 149h im Sattel. Endlose Kämpfe mit der Motivation, dem Wetter, der Technik, der Einsamkeit, dem eigenen Körper, alles, es wars einfach wert! Ein unbeschreibliches Gefühl, wenn auch erstmal schwer zu begreifen.

  
Der südlichste Strand Europas!

Als ich das ganze ein wenig verdaut hatte, mache ich mich auf den Weg in den Ort, und treffe mich mit Robin, der mir seine grade leerstehende Ferienwohnung für eine Nacht zur Verfügung stellt! Hammer! Danke!!!!


Ich ruhe mich ein wenig aus, dusche, und gehe dann in die Tapasbar, El Frances, der Hotspot in Tarifa. Ich lerne eine Gruppe Deutsche kennen, wir verstehen uns gut, und verbringen einen genialen Abend/Nacht zusammen!

 ICH HABS ECHT GESCHAFFT!

Warhscheinlich dauert es noch ewig bis ich das begreife!

Vielen Dank euch allen!

Tag 36 – Nerja -> Marbella – 123km

Ich starte mega früh! schon vor Sonnenaufgang bin ich auf dem Rad, besorge mir Frühstück to go, und warte am Ufer auf den Sonnenaufgang.

  
 Jetz da das Ziel so greifbar nahe ist, werde ich tatsächlich ein wenig ungeduldig!

Die Strecke ist erstmal angenehm, weiter am Ufer entlang.

Gegen Mittag bin ich in Malaga

 Kurzer halt unter einem Baum.

Dann weiter….Marbella ruft!


Dann! Die N340, wird plötzlich zur A7, und ist praktisch nichtmehr mit dem Fahrrad befahrbar! HORROR!! Kein Seitenstreifen, nur ein Betonplattenweg hinter der Leitplanke. Keine Alternative! Die nächsten 30km werden mir als die schlimmsten dieser Reise im Gedächtnis bleiben. Der Weg ist wahnsinnig eng, und ich muss mein Rad ständig über Hindernisse heben!

  
 Dazu noch ständiger Gegenwind, und Hitze. Da Wahnsinn!

Costa del Sol, NICHT EMPFEHLENSWERT MIT DEM RAD!!!

Irgendwann habe ich, nachdem ich mein federleichtes Rad bestimmt 20 mal über die Leitplanke gehoben habe, tatsächlich Marbella erreicht, und dort ein Zimmer gefunden. Wie mittlerweile gewohnt: Dusche, erstes Abendessen, bissal rumlatschn, zweites Abendessen, und ab ins Bett.

Tag 35 – Adra -> Nerja – 110km

Habe gut geschlafen, kann mich endlich aufraffen und die ausstehenden Blogposts fertig machen! Starte gegen 10. Es ist windig, heiss, bergig, und die Straße ist brutal eng! Dennoch schön zu fahren!

Bilder gibts wenige, Kampftag!

Kurze Pause an einer Haltebucht.

  
Die Gegend hier, hat bei den Hurricanes auch einiges abbekommen. Überall liegt noch der Dreck rum, und die Zerstörungen die die Wassermaßen angerichtet haben, sind überall sichtbar.


Die Strecke frißt sich scheinbar endlos durch die steil abfallenden Felswände. Bergauf, bergab, rechts, links, bergauf durch Tunnels mit Gegenwind,

 meine absolute lieblings Kombi!


Abends komme ich tatsächlich in Nerja an, wo es ein Hostel gibt. Treffe (Namen vergessen) und haben einen lustigen Abend.


Dann aber ins Bett, will ja morgen wieder früh los!

Tag 34 – Sorbas -> Adra – 109km

Wache total ausgeruht auf. Taschen sind schon fast wieder fertig gepackt.

Hol mir noch was zu frühstücken…

…und starte schon um 9.

Die ersten Kilometer fühlt es sich an als würde irgendetwas schleifen. Keine Power. Aber es wird. Ich kauf mir meine dritte Warnweste, weil ich ja schon wieder eine verloren hatte.

Schon bald habe ich auch wieder Kraft, könnte an der beeindruckenden Landschaft liegen!


  

Als ich durch diesen Abschnitt bin, treffe ich auf zwei echt sympathische Rennradler! Felix und David erinnern mich total an Max und mich, sie sind nicht die typisch verkrampften Kampfrennradler. Wir unterhalten uns kurz, und weil wir in die gleiche Richtung wollen, nach Almeria, fahren wir zusammen.

 Ich glaub man erkennt gut wieviel Spaß wir hatten! Sie erzählen mir total viel über die Gegend. Ich genieße es echt, wenn ich mal nicht alleine fahren muss!

Schon bald sind wir in Almeria.

 Felix muss zum Mittagessen heim, David begleitet mich noch durch die Stadt. Danke! Un Placer Hermanos!

Weiter gehts nach Aguadulce.

Kurzer Hang-out auf ner Klippe.

Diese in die Felswände gequetschten Straßen sind schön, aber immer windig, brutal windig! Und prinzipiell ist es immer böiger Wind von schräg vorne glaub ich! Ich komm mir vor wie letztes Jahr am Pacific-Coast-Highway! Da können die letzten drei Tage bis zum Ziel ja lustig werden!

Weiter gings dann nochmal bis Adra.


Ich hab jetz noch 312km, Gefühlschaos, mittlerweile 5 Kilo verloren. 2683km gefahren. Ich will da jetzt endlich hin. MAROKKO ICH KOMME!!!!!!!!!

Gute Nacht!!

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Tag 33 – Aguilas -> Sorbas – 73km

Eine Horrornacht! Fast nicht geschlafen! Magenkrämpfe! Zu viel gegessen, zu viel Cola, Leitungswasser getrunken, ich weiß nicht genau an was es lag. Aber es war echt eine wenig erholsame Nacht! Irgendwann konnt ich dann schlafen, und das bis halb 11. Völlig verstrahlt aufgwacht. Bis halb 1 in die Bar von gestern gesetzt, und gefrühstückt. Dort mein letztes Plakat aufghängt.


Schon ganz schön mitgenommen das Teil! Dann gings eben los. Hab mich sobald ich aufm Rad war total gut gefühlt. Und konnte die wieder echt schöne Etappe, entgegen meiner Erwartung total genießen.

  
  
  
 Ich fahre durch Sorbas, sehe eine Pension. Nach dem was mein Körper mir in den letzten 24h alles so mitgeteilt hat, denke ich, sollte ich nichts übertreiben. Also bleib ich hier.

  

Auch schön mal früher zu radeln aufzuhören, und einfach mal mehr Zeit zu haben. Ich gehe meine komplette Ausrüstung durch und specke schonmal ab. Lasse ein Haufen Zeug hier. Sind ja nur noch n paar Tage. Wasche meine Fahrradklamotte, und ruh mich aus. Geh noch auf n Bier in die gegenüberliegende Bar. Dann ins Bett.

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Tag 32 – Carthagena -> Aguilas – 82km


 Als ich aufwache ist Cesar schon arbeiten, ich mache mir nen Kaffee, und setze mich aufs Dach.

 Solche Orte faszinieren mich einfach! Bin da echt ewig gesessen, und wollte dann gegen 10 los. Das war ein Fehler, ich hatte mir nämlich einen Dorn eingefahren, und über Nacht wieder nen Platten am Vorderrad bekommen. F*CK.  

Bis ich also endlich loskonnte, war es schon gut heiss. Nach einer halben Stunde die erste Pause. Kaffee natürlich, und ne Kleinigkeit zu futtern. Dann gings weiter und es wurde bergiger und heisser.

Dann hab ich Probleme mit dem Kreislauf bekommen, und mich echt mal richtig schlecht gefühlt auf dem Rad. Ungewohnt! Also ins erste Haus was kam. Ein Altenheim. Ich frage ob ich hier ein bisschen warten kann, weil ich mich nicht gut fühle. Sie verstehen sofort was los ist. Ich glaube man hats mir auch angesehn!

Nach 2 kalten Dosen Cola, und ner halben Stunde im Kühlen, gehts mir schon besser. Ich esse noch was, und fahre weiter. Eigentlich wars ganz witzig den „Insassen“ zuzusehn.

Danach gings mir wieder besser, und die zweite hälfte des Tages gings bis zu meiner Ankunft in Aguilas durch einen Pass. 

    
    
    
   
Dort oben war quasi kein Verkehr mehr, nur ein Paar verlassene Häuser, und eine beeindruckende Ruhe. Gute Luft. Feiheit! 

Darauf folgte eine einstündige Abfahrt bis direkt nach Aguilas.

Bei Sonnenuntergang komme ich an.  

 

Alle Unterkünfte sind belegt, weil hier morgen ein Radrennen stattfindet.

Ich finde, dank meiner fleißigen Helferlein zuhause, doch noch eine Pension. Checke ein, dusche, und geh was futtern!

Ich esse so viel, dass der Chef mir beim bezahlen nicht glauben will, dass ich das alles alleine verschlungen hab. Naja, Ausdauersport macht eben hungrig.

Vollgefressen, latsch ich zurück zur Pension, und hau mich aufs Ohr.

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Tag 31 – El Campello -> Carthagena – 122km

Owowow…lange Nacht!

Aber es hilft nichts.

Erstmal ne kalte Dusche!

Fahrrad fertig machen, Frühstück, und los!

Am Strand entlang, dann wieder auf die N.

Bei einer Pause an ner Tankstelle werd ich das erste mal kontrolliert.

Warn eigentlich ganz nett..und wollten natürlich nach getaner Arbeit auch meine Geschichte hören.

Der Tag zieht sich, es ist heiss. Ich fahre durch endlos scheinende Salinen, und lege dort im Schatten unter meinem Rad auch eine Pause ein.

  
In der Pause erreiche ich Cesar(WarmShowers-Mitglied), ich kann bei ihm pennen.

Es geht eeeewig und langweilig weiter. brutal langweilig!

Dann komm ich an einen Ort, und wies der Teufel will, ist dort direkt am Strand ein Dönerladen.

 Falaffel, Salat, Reis! Davon hatte ich auf dem Rad noch geträumt, also wirklich!! Geil!

Dann warns noch 40km bis Carthagena.

Die habe ich auch noch irgendwie rumgebracht! Bei Cesar angekommen, war ich echt platt!

Ich konnte das super schmackhafte BBQ auf dem Dach trotzdem genießen, wenn auch, wie für mich untypisch, sehr wortkarg heute.

 Auf dem Dach, mit netten Leuten, auf einem Tisch, der eine ausgehängte Tür ist, nachts, leckeres Essen essen. So ungefähr stell ich mir leben vor!

Dann war ich aber echt sowas von müde, und bin pennen gegangen!

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